Dieser Text ist Teil der Diplomarbeit von Benjamin Wurster »Über Inspiration. Anregungen und Gedanken«. Alle Texte dieses Projektes werden unter der Kategorie Diploma veröffentlicht. Wer einen Überblick über die gesamte Arbeit bekommen möchte, beginnt man am besten beim Vorwort. Dieser Text gehört zum vierten Kapitel: Eingebung.

Pastor Bill Hybels schreibt in seinem Buch Gottes leise Stimme hören, dass der Gott der Bibel schon immer ein Gott der Worte war.

»Er hat alles durch Worte geschaffen«, schreibt Hybels, »er hat durch Worte geheilt, er hat durch Worte ermutigt, er hat durch Worte zurechtgewiesen, er hat durch Worte geführt, er hat durch Worte Dinge angekündigt, er hat durch Worte bestätigt, er hat durch Worte geliebt, er hat durch Worte gedient und er hat durch Worte getröstet.«

Bill Hybels: Gottes leise Stimme hören. Wie Gott zu uns spricht – und was passiert, wenn wir ihm folgen, Asslar: Gerth Medien GmbH 2015, S. 62

Gott hat in der Vergangenheit nicht nur vieles durch seine Worte bewirkt, er redete auch auf unterschiedlichste Art und Weise, wie man in der Bibel – dem Buch der christlichen Glaubensgeschichte – nachlesen kann. Immer wieder trifft man auf neue Mittel und Wege, die Gott gebraucht um Menschen zu begegnen, ihnen Aufträge zu geben und Erkenntnisse zu offenbaren.

Ganz zu Beginn entschied Gott, diese Welt zu erschaffen und tat dies durch ein leises Flüstern.

»›Es werde Licht‹, sagte Gott, und wie immer, wenn der Empfänger der göttlichen Anweisung offen ist für Botschaften vom Himmel, fügte sich die Schöpfung auch hier«, schreibt Hybels.

Hybels 2015, S. 54

Als er schließlich am sechsten Tag den Menschen erschaffen hatte, wurde dieser zum Empfänger seines Flüsterns. Adam und Eva hörten Gottes akustische Stimme ganz direkt im Garten Eden, zu Jakob sprach er mehrmals durch Visionen, Josef hatte Träume, die von Gott kamen, Mose hörte Gottes Reden durch einen brennenden Busch und zu Simsons Mutter und vielen anderen sprachen Engel als Botschafter. Samuel war ein Mann, der im Laufe seines Lebens die Stimme Gottes immer wieder hören durfte. Seine erste Begegnung mit Gottes Reden hatte er als kleiner Junge mitten in der Nacht. Samuel half zu der Zeit dem schon fast erblindeten Priester Eli im Tempel und schlief auch nachts vor Ort. In der Bibel können wir seine Geschichte lesen: 

»Plötzlich rief der Herr: ›Samuel!‹ ›Hier bin ich!‹, antwortete Samuel. Er sprang auf und lief zu Eli. ›Hier bin ich. Du hast mich gerufen.‹ ›Ich habe dich nicht gerufen‹, antwortete Eli. ›Leg dich wieder hin.‹ Und Samuel ging und legte sich wieder hin. Da rief der Herr noch einmal: ›Samuel!‹ Wieder sprang Samuel auf und lief zu Eli. ›Hier bin ich‹, sagte er. ›Du hast mich gerufen.‹ ›Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn‹, sagte Eli. ›Leg dich wieder hin.‹ Samuel erkannte den Herrn noch nicht, denn er hatte noch nie eine Botschaft vom Herrn erhalten. Deshalb rief der Herr ihn ein drittes Mal, und wieder sprang Samuel auf und lief zu Eli. ›Hier bin ich‹, sagte er. ›Du hast mich gerufen.‹ Da merkte Eli, dass es der Herr war, der den Jungen rief. Er sagte zu Samuel: ›Geh und leg dich wieder hin, und wenn du wieder gerufen wirst, dann antworte: »Sprich, Herr, dein Diener hört.«‹ Also legte Samuel sich wieder an seinen Platz. Und der Herr trat zu ihm und rief wie zuvor: ›Samuel! Samuel!‹ Samuel antwortete: ›Sprich, dein Diener hört.‹ Da sprach der Herr zu Samuel.« 

Die Bibel (NLB), 1. Samuel 3,4–11

In unserer heutigen Gesellschaft ist es schwieriger denn je, das leise Flüstern Gottes zu hören und es dann auch noch als dieses zu erkennen. Hybels schreibt, was einige der ersten Christen taten, um ihre Inspirations-Antennen auf Empfang zu stellen.

»In Apostelgeschichte 13, Vers 2 lesen wir, dass die Gemeindeleiter in Antiochia Gottes leises Reden vernahmen, als sie Gottesdienst feierten und fasteten. In dieser Haltung der Hingabe an Gott konnten sie seine Stimme hören.«

Hybels 2015, S. 119

Während eines Gottesdienstes, aber auch während einer Zeit des Fastens oder in anderen Situationen, in denen man sich ganz auf Gott konzentriert, kann man sich in eine entsprechende Empfangshaltung begeben, die göttliche Inspiration begünstigt. Der Geist Gottes kann reden und die Chance, dass seine Stimme wahrgenommen wird, steigt mit der eigenen Bereitschaft dazu. 

Es gibt also unzählige Möglichkeiten, wie Gott auch heute noch zu Menschen reden kann, und es gibt einige Wege, wie die eigene Aufmerksamkeit verstärkt und das Hören des Gesprochenen verbessert werden kann. Dazu aber später mehr. Zunächst einmal sollte geklärt werden, wer dieser Gott der Bibel überhaupt ist.

Um unsere Webseite für dich optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhältst du in unserer Datenschutzerklärung.