Dieser Text ist Teil der Diplomarbeit von Benjamin Wurster »Über Inspiration. Anregungen und Gedanken«. Alle Texte dieses Projektes werden unter der Kategorie Diploma veröffentlicht. Wer einen Überblick über die gesamte Arbeit bekommen möchte, beginnt man am besten beim Vorwort. Dieser Text gehört zum vierten Kapitel: Eingebung.

Es ist essentiell wichtig, Eingebungen zu prüfen, bevor sie als von Gott persönlich eingestuft werden und direkt danach gehandelt wird. Natürlich ist nicht jeder Traum oder jedes innere Bild gleich eine göttliche Eingebung. Natürlich ist nicht jeder Geistesblitz ein von Gott geführter Gedanke. Es könnte aber durchaus einer sein. Und deshalb ist es auch so wichtig, zunächst einmal zu prüfen, ob das Wahrgenommene auch wirklich übernatürlich ist. Bill Hybels stellt dazu in seinem Buch einen Katalog von fünf Fragen vor, die Klarheit in das Dunkel bringen sollen. 

Ist die Eingebung wirklich von Gott?

Diese erste der fünf Fragen lässt sich damit beantworten, dass man klarstellt, ob das Gehörte zu dem passt, was man bereits über Gott weiß. Passt es zu seinen Eigenschaften und zu seinem Charakter? Wenn diese Frage sich mit einem klaren »Ja« beantworten lässt, kann mit den nächsten Fragen weitergemacht werden.

Ist die Eingebung biblisch?

»Die Bibel ist randvoll mit Beispielen dafür, wie Gott sich in beliebigen Alltagssituationen verhalten hat, und diese Beispiele haben einen Namen: Jesus«, schreibt Hybels.

Bill Hybels: Gottes leise Stimme hören. Wie Gott zu uns spricht – und was passiert, wenn wir ihm folgen, Asslar: Gerth Medien GmbH 2015, S. 341

Wenn man also aufgrund einer Eingebung etwas tun müsste, das Jesus in seiner Zeit auf der Erde niemals getan hätte, kann man sich sicher sein, dass es nicht von Gott kam.

Ist die Eingebung klug?

Selten verlangt Gott etwas, das gegen den menschlichen Verstand spricht. In der Bibel steht immer wieder, dass man zuerst nachdenken und dann weise und klug handeln soll.

»Wenn es [also] tatsächlich Gottes Plan ist, dann wird er höchstwahrscheinlich nichts offensichtlich Unkluges von Ihnen verlangen«, schreibt Hybels.

Hybels 2015, S. 342

Entspricht die Eingebung dem eigenen Wesen?

Natürlich wäre es ratsam, darauf zu hören und entsprechend danach zu handeln, wenn man eine Eingebung direkt vom Schöpfer dieser Welt bekommt. Man sollte jedoch vorsichtig sein, wenn diese Anweisung bedeutet, etwas zu tun, was das eigene Leben komplett auf den Kopf stellen würde. Es sollte in diesem Fall hundertprozentig klar sein, dass die Eingebung tatsächlich von Gott kommt. Im Normalfall bestätigt Gott eine Sache mehrfach und spricht auf unterschiedliche Weisen, wenn es um solche einhundertachtzig Grad-Wenden geht und wenn es ihm wirklich wichtig ist. Und dann schließlich noch die letzte Frage:

Was halten erfahrene Christen davon?

Bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden, ist es immer ratsam, vorher die Meinung erfahrener Menschen einzuholen. Wenn es um göttliche Eingebungen geht, schadet es sicher nicht, den Rat von Christen einzuholen, die dies schon mehrfach selbst erlebt haben.

»Seien Sie offen für die Antworten, die Sie bekommen, und hören Sie aufmerksam zu, denn das könnte Sie vor einigen Dummheiten bewahren«, schreibt Hybels.

Hybels 2015, S. 342

Man sollte also vorsichtig sein und nicht in allen spontanen Eingebungen gleich Gottes unumstößliche Worte sehen, genauso wenig sollte man aber auch jeden Einfall von Anfang an auf die leichte Schulter nehmen und für alles eine natürliche, menschliche Erklärung suchen. Bei diesem Abwägen dürften die fünf Fragen von Bill Hybels auf jeden Fall eine Hilfe sein. Ein Weg, der relativ sicher ist und durch den schon viele Menschen von Gott inspiriert wurden, ist, in der Bibel zu lesen.

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