Dieser Text ist Teil der Diplomarbeit von Benjamin Wurster »Über Inspiration. Anregungen und Gedanken«. Alle Texte dieses Projektes werden unter der Kategorie Diploma veröffentlicht. Wer einen Überblick über die gesamte Arbeit bekommen möchte, beginnt man am besten beim Vorwort. Dieser Text gehört zum siebten Kapitel: Tun.

Der (pünktliche) Feierabend und (mindestens) ein freier Tag am Wochenende sind wichtige Bedingungen für die kreative Tätigkeit, aber auch das regelmäßige Pausieren während der Arbeitszeit hat einen großen Einfluss auf das stetige Aufrechterhalten einer kreativen Produktivität. 

Anthony Burrill erklärt in seinem Buch, warum regelmäßige Pausen wichtig für sein kreatives Schaffen sind:

»Wenn ich zu tief in etwas hineingerate, fokussiert sich mein Gehirn zu sehr auf ein kleines Detail der Gestaltung und ich finde keinen Weg hinaus. Indem ich eine kurze Pause mache, gebe ich meinem Gehirn Zeit über einen neuen Weg, die Dinge anzupacken, nachzudenken.«

Anthony Burrill: Make it Now! Creative inspiration and the art of getting things done, London: Virgin Books 2017, S. 119 (von mir übersetzt, Original: »If I get too deep into something my brain gets too focused on a particular element of the design and I can’t think of a way out. By having a short break it gives my brain time to think of a new way of doing things.«)

Durch den kurzzeitigen Abstand zur Arbeit können sich die Gedanken neu sammeln, und es kann anschließend mit einer offeneren Perspektive fortgefahren werden.

Kounios und Beeman gehen sogar noch einen Schritt weiter und erklären, was man in der kurzen Unterbrechung am besten tun sollte. Sie schreiben:

»Es gibt […] einschlägige Beweise dafür, dass eine Pause Ihnen helfen kann, eine falsche Perspektive zu überwinden. Aber noch etwas ist interessant an dieser Idee: Es macht einen Unterschied, woran Sie während Ihrer Pause denken. […] An Situationen zu denken, die sich von Ihrer derzeitigen alltäglichen Erfahrung unterscheiden, kann […] helfen, Ihren Geist von hartnäckigen Gedanken zu befreien.«

Mark Beeman und John Kounios: Das Aha!-Erlebnis. Wie plötzliche Einsichten entstehen und wie wir sie erfolgreich nutzen, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2015, S. 139

Wie wir bereits in Kapitel fünf gesehen haben, hilft es, in einer Pause an weit entfernte Orte, fremde Kulturen oder besonders außergewöhnliche und auffällig kreative Menschen zu denken. 

Auch einige der im vorigen Kapitel beschriebenen Methoden, Abstand zur Arbeit zu gewinnen, können in einer kurzen Pause angewandt werden. Meditation, Gebet oder ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft wären zum Beispiel denkbare Pausenbeschäftigungen, die auch bei wenig verfügbarer Zeit den Kopf frei machen. Dass man bei Müdigkeit oder Erschöpfung eine kurze Pause einlegen sollte, versteht sich von selbst. Der schweizerische Psychologe Carl Gustav Jung schreibt:

»Inzwischen habe ich erkannt, dass jemand, der weiterarbeitet, obwohl er müde ist und eine Pause braucht, ein Narr ist.«

Zitiert in Mason Currey und Arno Frank: Mehr Musenküsse. Die täglichen Rituale berühmter Künstler, Zürich / Berlin: Kein & Aber AG 2015, S. 9

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