Und zu guter letzt kann auch die eigene Arbeit und die eigene Produktivität zu einer der stärksten Inspirationsquellen im beruflichen Kontext werden. Das konstante Weiterarbeiten, das stetige Dazulernen und die regelmäßige Übung führen zu besserer Intuition und zu einem automatisierteren Workflow. Frank Berzbach schreibt:

»Das Üben und seine Monotonie erzeugen einen gewissen Rhythmus, eine innere Ruhe, die günstig ist für Inspiration.«

Frank Berzbach: Die Kunst ein kreatives Leben zu führen. Anregungen zur Achtsamkeit, Mainz: Verlag Hermann Schmidt 2016, S. 155

Weil man sich irgendwann nicht mehr auf einzelne Arbeitsschritte konzentrieren muss, können Gedanken umherschweifen und den Weg für inspiriertes Arbeiten vorbereiten. 

Die eigene Haltung ist selbstverständlich auch beim täglichen Produzieren ein wichtiger Punkt. Wer nicht durch seine Tätigkeit immer wieder dazu gezwungen wird oder wer nicht selbst den Anspruch an sich hat, immer wieder etwas Neues zu schaffen, der geht auch nicht mit der entsprechenden Haltung an seine Arbeit heran. Wenn man nicht mit offenen Augen und mit der Erwartung herumläuft, zu jeder Zeit inspiriert werden zu können, wird man mit großer Wahrscheinlichkeit auch keine Eingebungen im Alltag erleben. Die Chance auf einen plötzlichen Inspirationsmoment steigt oder fällt linear mit der entsprechenden Erwartungshaltung. 

Bei der täglichen Arbeit ist also in erster Linie die Regelmäßigkeit und die Haltung wichtig, aber auch das Ergebnis an sich, beziehungsweise der Output ist, von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Thomas und Martin Poschauko erklären in Nea Machina anhand einer Grafik, wie der eigene Output im zweiten Schritt wieder zu einer Inspirationsquelle für neue Projekte werden kann.

»Wir machten etwas. Danach betrachteten wir das Gemachte und dieses inspirierte uns zu einer neuen Idee«, schreiben die Zwillinge über ihre Erfahrungen. »Wir fassten unsere Idee also nicht schon im Vorfeld und führten sie anschließend aus, sondern lasen sie anhand der bereits entstandenen Gestaltung ab. Das Gemachte wirkte wie ein Stimulus für unser Denken und ließ uns unvermutet neue Wege erkennen.«

Thomas Poschauko und Martin Poschauko: Nea Machina. Die Kreativitätsmaschine. Next Edition, Mainz: Verlag Hermann Schmidt 2013, S. 51

An anderer Stelle schreiben sie:

»Der Kopf […] findet in dem Gemachten (dessen Entstehung zuvor seiner Kontrolle entzogen war) einen Sinn und pickt sich Ideen heraus. Meist sind das Gedanken wie ›Aha, das sieht ja aus wie …‹, die zu neuen Denkansätzen führen.« 

Poschauko / Poschauko 2013, S. 53

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass eigene kleine Projekte, bei denen man sich selbst die Aufgabe stellt, jeden Tag für einen bestimmten Zeitraum produktiv zu sein, einem helfen können, kreativer aber auch sicherer und schneller zu werden. Gezwungenermaßen muss dabei irgendwann damit angefangen werden, neue Techniken auszuprobieren, die einen zu neuen Perspektiven und Denkansätzen führen. Wer produktiv ist, wird irgendwann kreativ. Ein Vorteil einer solchen Herangehensweise ist die Sammlung von Inspirationsquellen, die man sich selbst dabei schafft und immer weiter ausbaut. Der Rückblick auf die eigene Arbeit kann in bestimmten Situationen den erforderlichen letzten Reiz bieten, den man zum idealen Lösungsansatz noch gebraucht hat.

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