Dieser Text ist Teil der Diplomarbeit von Benjamin Wurster »Über Inspiration. Anregungen und Gedanken«. Alle Texte dieses Projektes werden unter der Kategorie Diploma veröffentlicht. Wer einen Überblick über die gesamte Arbeit bekommen möchte, beginnt man am besten beim Vorwort. Dieser Text gehört zum dritten Kapitel: Einfluss.

Der Kontakt zu anderen Menschen stellt sich als eines der stärksten Inspirationsmittel heraus, wenn es um Einflüsse und Reize von außen geht. Das persönliche Auseinandersetzen mit anderen Personen fördert das in Betracht Ziehen anderer Blickwinkel, erfrischt die eigenen, festgefahrenen Gedanken und schützt zusätzlich vor Engstirnigkeit, Isolation und Weltfremdheit. Je nach Beziehung zur entsprechenden Person zeigt sich die Beeinflussung auf unterschiedliche Art und Weise. Wir halten also fest: Verschiedenste Personen bieten verschiedenste Inspirationsquellen. Und: Das Treffen und Kommunizieren mit ihnen fördert das Hervortreten von Einflüssen und Reizen.

Zunächst gibt es das engste Umfeld, wie zum Beispiel der Ehepartner, mit dem man sein ganzes Hab und Gut und den größten Teil seiner Freizeit teilt. Dazu eventuell die gemeinsamen Kinder, für die man Verantwortung übernommen hat und die einen mit allen Facetten kennen und lieben. Die Eltern, die stark dazu beigetragen haben, dass man zu der Person geworden ist, die heute auf dem Sofa sitzt und dieses Buch liest. Oder die Geschwister, mit denen man sich früher oft gestritten und danach wieder versöhnt hat, und mit denen man heute gerne öfter Zeit verbringen würde. Gerade diese Personen, von denen man meint, man würde sie bereits in- und auswendig kennen, überraschen einen mit winzigen Kleinigkeiten und bieten dadurch häufig kleine, aber effektive Reize, die zu neuen Ideen führen können. 

Ebenfalls eine besondere und sehr zuverlässige Inspirationsquelle ist der persönliche Kreis der echten Freunde (nicht die von Facebook!). Seien es die ganz vertrauten, die man schon seit der Schulzeit kennt, mit denen man durch Höhen und Tiefen gegangen ist und die man immer noch fast jede Woche trifft, um sich auszutauschen. Oder seien es diejenigen, mit denen man früher wahnsinnig viel unternommen hat, die man aber vor einigen Jahren, mit dem Beginn des Studiums oder der Ausbildung, aus den Augen verloren hat und die man dann eines Tages zufällig auf der Straße wieder trifft und sich gemeinsam an vergangene Zeiten erinnert. Oder seien es diejenigen, die man erst vor einem halben Jahr kennengelernt hat, die man aber nach dieser kurzen Zeit schon ins Herz geschlossen hat. 

Das berufliche Umfeld beeinflusst einen alleine schon durch die viele Zeit, die man mit den entsprechenden Personen verbringt. Zum einen sind es die Vorgesetzten, die Anleitenden oder die Mentoren, die einem fachlich ein Stück voraus sind und einen dadurch motivierend und herausfordernd inspirieren können. Zum anderen die Kollegen auf gleicher Ebene, die durch Pausengespräche, Meetings oder auch durch ein gesundes Konkurrenzverhalten inspirieren. Oder auch die Kunden, die gerade durch ihr Unwissen im eigenen Fachbereich ungewöhnliche Vorschläge machen und dadurch zu neuen Ideen inspirieren können. 

Und zuletzt können einen auch die Personen ganz besonders beeinflussen, die man überhaupt nicht kennt. Die Person in der U-Bahn, die mit einer ungewöhnlichen Handbewegung ihr Taschentuch aus der Hosentasche herauszieht, die Kassiererin im Supermarkt, die heute aus irgendeinem Grund außergewöhnlich freundlich ist oder die Stimme der Telefon-Hotline, die mit ihrem elektronischen Dialekt das »R« auf eine ganz seltsame Weise rollt. Diese Liste könnte man noch endlos fortführen, denn die Einzigartigkeit von Menschen ist und wird vermutlich immer eine der sichersten Quellen für Inspiration von außen bleiben.

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